Was läuft im Kopfkino von Ute (ute_ig)?

„Daily walks, sewing and knitting“ so schreibt Ute in ihrem Instagram Profil. Und genau das zeigen ihre Fotos: wunderschöne Naturfotos, erfrischend schlichte selbst genähte Kleider und Taschen und immer mal wieder etwas (grau) Gestricktes. Bei Ute entdecke ich immer wieder etwas Neues, und wenn es nur eine neue Perspektive ist. Sie lässt sich gerne von internationalen Blogs inspirieren und lässt uns über den deutschen Tellerrand hinausschauen. Wie schön, dass wir heute einen Blick in Utes Kopfkino werfen dürfen!

Utes Kopfkino

„Liebe Elke, vielen Dank, dass ich heute mein Kopfkino bei dir teilen darf!

Ich muss zugeben, dass ich fast ein wenig erschlagen war, als ich die lange Liste der Schnittmuster Designer zum ersten Mal gesehen habe! Gedanken wie „Wer soll all diese Schnitte nähen?“ oder „Wie kann es ein Schnittmuster Designer schaffen, sich abzuheben und bemerkt zu werden?“ gingen mir durch den Kopf. Außerdem war die Beschäftigung mit der Liste ein Anlass zu überlegen, wie ich mich von Schnitten inspirieren lasse und wie ich auswähle, welche Schnitte ich nähen möchte.

Brauchen wir noch ein weiteres Schnittmuster?

Lauren von Baste + Gather hat im vergangenen Dezember einen interessanten Artikel zu diesem Thema geschrieben: Brauchen wir wirklich noch ein weiteres T-Shirt Schnittmuster?

Auslöser war die Veröffentlichung des neuen Lark Tee Schnittes von Grainline Studio. Auch wenn ich dem Artikel nicht im Ganzen zustimme, hat er mich doch zum Nachdenken gebracht.

Lauren kommt zu dem Schluss, dass der Markt noch genug Raum für neue T-Shirt Schnitte hat und Schnitte nicht unbedingt wegen ihrer Merkmale (Ärmel- oder Halsausschnittvarianten etc.) gekauft werden, sondern eher wegen des Nutzens, den man davon hat. So würde man eher die „Näh-Erfahrung“ zum Schnitt kaufen mit allem was dazu gehört wie Design, Verpackung, Vermarktung, Qualität und Passform.

Ich bin ein sehr visueller Mensch und kann ganz klar sagen, dass ich eher geneigt bin Schnitte zu kaufen, deren gesamtes Design und Aufmachung (bis hin zum Design der Internetseite/Instagram-Account, persönlichen Stil der SchnittdesignerInnen) mir gefallen. (Auch wenn ich selbstverständlich keinen schön aufgemachten Schnitt kaufen würde, der schlecht gradiert ist und nicht von jemandem entworfen, die oder der ihr/sein Handwerk versteht.) Sind die Designbeispiele dann noch von schlichtem Design, einfarbig (grau!) oder gestreift bin ich leicht zu begeistern!

Lauren nennt auch noch einen weiteren Aspekt, der Kaufverhalten prägt – „Fangirl Mentality“. Und obwohl ich mich ungern als „Fangirl“ bezeichnen lasse, muss ich zugeben, dass dies sehr interessante Überlegungen sind.

Ich kaufe zusammen mit einem Schnitt auch die Möglichkeit genau so „stylish“ auszusehen wie im Designbeispiel oder wie die bekannte Probenäherin/meine Lieblingsbloggerin. Durch den Kauf eines Schnittes habe ich auch die Möglichkeit, Teil einer Gruppe zu werden, einer Näh-Peergroup. Vielleicht werde ich nun von Leuten bemerkt, die ich schon lange toll finde, und die diesen Schnitt schon genäht haben? Vielleicht bemerkt mich sogar der/die DesignerIn und gibt mir ein Feedback? ….

Ich kaufe auch eine „Geschichte“ zum Schnitt, mein persönliches Kopfkino. Welche Gefühle löst das Schnittmuster in mir aus? Bei Schnitten aus japanischen Schnittbüchern vielleicht die Vorstellung, mein Stil könnte genau so minimalistisch und clean werden oder auch meine Wohnung plötzlich leer und nur noch mit dem Notwendigsten in schönem Design bestückt… (eher unrealistisch!).

So oberflächlich dies klingt, ich denke es spielt auch mit in die Entscheidung hinein, einen Schnitt zu kaufen.

Neue deutsche Schnittdesigner?

Als Elke mich fragte, ob ich Lust habe, mein Kopfkino hier zu teilen, hatte ich mir außerdem eine Aufgabe gestellt: da ich fast ausschließlich internationale Schnittmuster nähe, wollte ich für mich neue deutsche (Indie) Schnittdesigner entdecken, die mich inspirieren. Und leider bin ich gescheitert…. Unter anderem aus oben genannten Gründen… Für mich war kein stimmiges Gesamtpaket dabei, wo Schnitte, DesignerIn und Aufmachung mich begeistert haben. Die wenigen, die mir gefallen, kannte ich bereits 😉

Nun muss ich dazu sagen, dass ich eher eine schwierige Kundin bin. Schlichte Basisschnitte, die ich selber verändern kann, besitze ich viele und auch einige Japanische Schnittmusterbücher bieten mir viel Material und unendliche Varianten. Ich nähe Schnitte gerne mehr als einmal. Am liebsten hätte ich eine Uniform aus Basisschnitten, die ich ohne viel Nachdenken und Styling morgens anziehen kann. Unnötig Geld ausgeben möchte ich auch nicht. Es muss also mehr zusammen kommen, damit ein Schnitt mich reizt. Ich nähe gerne mit Webstoffen und finde auf dem deutschen Markt leider zu wenig spannende Schnitte dafür. Hinzu kommt, dass ich Nähen auf Englisch gelernt habe und mir dadurch die englischsprachige Näh-Community häufig näher ist und erste Anlaufstelle für Inspiration.

Inspiration finde ich zudem auf der Straße, in den Medien, bei Pinterest und Instagram. Häufig eher zufällig und überfallartig. Dann verbindet sich dieser Eindruck mit einem Schnitt, der mir irgendwo unter gekommen ist, und los geht das Kopfkino….

Um nicht nur meine Gedanken mit euch zu teilen, stelle ich euch hier noch einige Schnittmuster vor, die ich Lust hätte zu nähen, und die schon länger auf meiner Inspirationsliste stehen:

  • Ich bin immer wieder auf der Suche nach schönen Blusenschnitten, aufgefallen ist mir z.B. das Blair Shirt von Style Arcdas zu meinem Beuteschema von oversized und schlicht passt.

  • Auch Jane von Ready to Sew fällt in diese Kategorie, besonders gefallen mir hier die Falten und der kleine Kragen.

Beim Blusen-Sewalong wunderbar genäht von Doro von Prinzenreich.

SAMSUNG CSC

Lust auf Sommer machen mir diesen beiden Kleider:

  • Und das neue Kleid von In the Foldsthe Acton. Hier besonders die gewickelte Variante.

Meine Lieblingsversion hat Kylie genäht.

Jetzt warte ich nur noch auf die Rückkehr meines „sewjos“ (kennt jemand eine gute deutsche Übersetzung dafür?!) und dann geht es los! Die Beschäftigung mit deiner Liste, Elke, war schon ein guter Anfang!

Vielen Dank für´s Lesen!“

Liebe Ute, geballte Inspiration, nenne ich das! Vielen, vielen Dank für diesen Einblick in deine Näh-Spiration. Wenn diese Bilder dein „sewjo“ nicht reaktivieren können, was dann? Den Riley Mantel könnte ich mir sofort nähen. Der ist ja wirklich toll für den Übergang. Und das Leinenkleid von Ann Normandy..s alleine dieses Foto haut mich schon um.

Und wie sieht es bei dir, liebe Leserin aus? Würde dir auch einer dieser Schnitte gefallen?

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3 thoughts on “Was läuft im Kopfkino von Ute (ute_ig)?

  1. das ist ja echt sehr spannend. finde toll, wenn jeder so auch irgendwie seinen eigenen stil finden kann. die schnitte aus den verschiedenen Regionen heben sich doch schon sehr von einander ab. die stile, schnittführungen, aber auch farben, muster und materialien sind ganz anders.
    ich verfolge furchtbar gern amerikanische fashionbloggerinnen. das ist wie eine andere welt teilweise.
    danke dir elke fürs teilen und danke dir ute für die inspiration! mir sind die schnitte zu „steril“ aber als inspirationsquelle super!
    alles liebe, andrea

  2. Ich mag den schlichten und klaren Stil von Ute. Dazu passen ihre favorisierten Schnittmuster.
    Und ich finde ja auch, dass man aus den zuhause vorhandenen Schnitten mehr rausholen kann, bevor man immer was Neues kauft.
    LG Judy

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