Schnittmuster nicht anzupassen ist teuer

Ach ja, der berühmt-berüchtigte "Schrank voll nichts anzuziehen"! Wer kennt ihn nicht? Dieses Malheur kann uns sowohl durchs Shoppen als auch durchs Nähen passieren. Denn selbst wenn Stoff und Schnitt sorgfältig gewählt sind, muss die Passform stimmen, sonst haben wir die nächste Schrankleiche. Was kann man dagegen tun? Diese Frage beantwortet heute Meike Rensch-Bergner, bekannt durch ihren Blog crafteln und ihre Onlinekurse rund um das Thema Schnittanpassung. Ich danke Meike für diesen Gastbeitrag und wünsche dir viel Spaß beim Lesen.

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Ich hasse Teile für die Tonne! Ich ärgere mich, wenn ein Kleidungsstück, das ich für mich genäht habe, nicht so wird, wie ich es mir erträumt habe. Statt es wegzuwerfen, hänge ich es in den Kleiderschrank und ziehe es nie an. Oder fast noch schlimmer: ich trage es, bin die ganze Zeit nur am Rumzuppeln weil es nicht sitzt und kann mich auf kaum etwas anderes konzentrieren. Weil ich das nicht mehr wollte, habe ich gelernt Schnittmuster anzupassen. 

Da kommt einiges zusammen! 

Schnittmuster nicht anzupassen ist verdammt teuer! Denk doch mal an die vielen schönen Stoffe, die du begeisterst gekauft und nachhause getragen hast, die zu nie vollendeten, weggeworfenen oder zu ungeliebten Kleidungsstücken wurden. Wie ärgerlich! Das ist wie Geld verbrennen! Schließlich hast du den Stoff und die Nähzutaten bezahlt. 

Genähte Kleidungsstücke, die nicht gut passen, nerven. Entweder nehmen sie dir Platz im Schrank weg und sorgen für ein schlechtes Gewissen, oder aber du ziehst sie an und fühlst dich unwohl darin. Du nähst doch schließlich, weil es das nicht gibt, was du anziehen willst. Kaufklamotten sind auch keine Lösung. Entweder sie passen nicht gut oder es gibt nicht das, was du gerade suchst. Aber wenn du schon nähst, dann soll es gefälligst auch passen und einfach hinreißend aussehen. 

Schnittmuster nicht anzupassen ist verdammt teuer, weil du deine wertvolle Zeit investierst, um am Ende doch wieder zu einem unbefriedigenden Ergebnis zu kommen. Du hast den Stoff gekauft, zugeschnitten, genäht - da kommen selbst bei einfachen Projekten schnell mal drei Stunden zusammen. Selbst, wenn du sie nicht zu deinem üblichen Stundensatz, sondern nur mit dem Mindestlohn veranschlagst, dann kosten dich dieses drei Stunden schon 24 €. 

Am teuersten aber sind die negativen Gefühle: der Ärger über den Misserfolg, die Vermutung, dass dein Körper die Ursache sein könnte, das schlechte Gewissen ob eines Kleiderschranks voller Klamotten und doch nichts anzuziehen. Am traurigsten sind die Träume, die nicht in Erfüllung gegangen sind. Wenn ich nähe, dann trägt die Frau in meinen Träumen bereits das fertige Kleidungsstück und sieht wunderschön darin aus. Ich will alles dafür tun, damit mein Traum in Erfüllung geht, denn erfüllte Träume sind unbezahlbar. 


Hättest du gedacht, dass einfach-drauf-los-nähen so teuer ist? 

Am Schlimmsten ist es, wenn du erst gar nicht damit anfängst, Kleidung für dich selbst zu nähen! Vielleicht gehört du zu den Frauen, die ganz tolle Sachen für ihre Kinder oder das Zuhause nähen und sich nicht trauen, etwas für sich zu nähen, weil sie glauben, es wäre schwierig. Oder du nähst nur Freizeitkleidung aus dehnbaren Stoffen, weil du es dir noch nicht zutraust, gut passende Kleidungsstücke aus Webware zu nähen, obwohl es genügend Anlässe gäbe, auch mal etwas Schickes anzuziehen?

Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, Kleidung für Frauen zu nähen, denn Frauen sind ziemlich dreidimensional und es ist gar nicht so einfach, ein zweidimensionales Stück Stoff so geschickt um einen runden Körper zu drapieren, damit es super aussieht. Schnittmuster versprechen uns, uns zu zeigen wie es geht. Doch das Problem ist: diejenigen, die das Schnittmuster entworfen haben, kennen uns, unseren Körper, unsere ganz spezielle Figur nicht. Deswegen müssen wir Schnittmuster anpassen. Das ist nicht schwer, du kannst es lernen - ich bringe es dir gerne bei! 

Wenn du verstehst, wie Schnittmuster funktionieren und wie du deinen Körper vermisst, dann kannst du Schnittmuster zu Maßschnittmustern machen. Du investierst nur wenige Minuten vor dem Zuschnitt und bist in der Lage, wiederholbare Erfolgserlebnisse zu erzeugen. Das ist effizient und quasi ein Freifahrtschein, dir immer wieder schöne neue Stoffe zu kaufen. 

Lerne Schnittmuster anpassen auf dem Nähcamp oder in meinem Onlinekurs 

Wie einfach es ist, Schnittmuster anzupassen zeige ich dir gerne in einem Workshop auf den Nähcamps in Dortmund, Düsseldorf und Frankfurt oder in meinem Onlinekurs "Schnittmuster anpassen für Einsteigerinnen", der am 12.6. startet.

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Ich kenne Meike persönlich und habe schon miterlebt, wie sie das Thema Schnittanpassung vermittelt, nämlich mit viel Charme, Witz und Wissen. Durch das neue Format des betreuten Onlinekurses hast du die Möglichkeit dabei zu sein, egal wo du wohnst. Wenn du noch Fragen dazu hast, dann kommentiere einfach unter diesem Blogpost oder kontaktiere Meike direkt unter shop@crafteln.de.

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