Interview mit einem Cardigan Schnittmuster | „Shelly“ live


Ich mag mein neues Schnittmuster "Shelly" wirklich sehr, aber bis sie fertig war, gab es zwischen uns auch schon mal die ein oder andere Zickerei. Zugegeben, "Shelly" musste auch mit mir Geduld haben. Denn sie lagerte Woche um Woche, Monat um Monat auf der Festplatte. Wenn ich normalerweise einen Schnitt veröffentliche, habe ich in der Regel eine gewisse Abfolge an To-Dos. Wenn der Schnitt im Groben steht, lege ich einen Termin für die Veröffentlichung fest und plane dann sozusagen rückwärts die To-Dos, die bis dahin erledigt sein müssen. Dieses Mal lief es etwas anders, denn "Shelly" ist Teil des Sewunity Adventskalenders. Es fing also schon mal damit an, dass ich keinen Einfluss auf den Tag der Veröffentlichung hatte.

Schon im Mai (man rechne: vor 6 Monaten) kam die Anfrage von Seiten Sewunity. Ich hatte also (zu) viel Zeit, alles vorzubereiten. In solchen Situationen tritt ein ganz besonderes Phänomen in Kraft, das du vielleicht kennst. Je länger der Zeitraum für die zu erledigende Arbeit, desto mehr schiebt man sie hinaus. Sechs Monate Vorlaufzeit? Welch ein Prokrastinations-Potenzial! Ich habe dieses To-Do vom einen in den anderen Monat verschoben, bis es auf einmal nichts mehr zu verschieben gab. Ups. 

Gut, so ganz unvorbereitet war ich dann doch nicht, denn ich hatte den Schnitt, der eigentlich für Oktober vorgesehen war, schon zum Adventskalenderschnitt umfunktioniert. Sprich, der Schnitt war schon im Sommer fertig, aber es mussten noch die Nähanleitung, Fotos etc. gemacht werden. Da wurde es Ende Oktober langsam knapp. Aber alles hat auf den letzten Drücker geklappt. Auch so ein Phänomen: je weniger Zeit man zur Erledigung einer Arbeit hat, desto produktiver wird man auf einmal. 

Du siehst, hinter den Kulissen läuft auch nicht immer alles so rund, wie es manchmal hier "auf der Bühne" aussehen mag. Aber tadaaaa, hier ist "Shelly". Pünktlich zum achten Türchen im Adventskalender und hier auf unserer Showbühne und mit einem Interview, das ich kurz vor Veröffentlichung im Shop noch schnell mit ihr/ihm (?) führen durfte.


Interview mit einem Schnittmuster

Elle: Hey Shelly, wir haben noch 5 Minuten, darf ich dich noch kurz interviewen? Das kann ich gleich im Blog verwenden und muss mir nichts aus den Fingern saugen. 

Shelly: Du willst es dir mal wieder einfach machen, was? Von mir aus, aber mal ganz ehrlich. Andere Gäste lädst du toll mit Vorlauf in deinen Podcast ein. Die können sich voll vorbereiten. Dann machst du Werbung für den Podcast und so. Bei mir jetzt mal eben husch, husch zwischen Tür und Angel?  

Elle: Ja, sorry. Das geht jetzt echt nichts anders. Es ist immerhin 23:55 Uhr. In 5 Minuten gehst du online. Außerdem ist es doch viel besser, wenn wir dich gleich auf Fotos zeigen können. Und Werbung werde ich viel für dich machen. Außerdem fände ich es irgendwie komisch, einen Podcast mit einem Schnittmuster zu machen.

Shelly: beleidigtes Schweigen 

Elle: Ähm. Du siehst übrigens toll aus. 

Shelly: (leicht pikiert) Vielen Dank.

Elle: Mann, Shelly, jetzt mach es mir nicht so schwer. Erzähl doch einfach mal was über dich.

Shelly: Ich bin ein wunderbares Kombi-Teil, das schlicht, aber auch weiblich ist durch die taillierte Schnittführung. Jaha, mit mir könnt ihr die Hüfte schwingen. Und ganz nebenbei bemerkt, bin ich ein Figurschmeichler.

Elle: (geht doch!) Aha, wieso das?

Shelly: Weißt du noch, wie du mir verzweifelt Taschen verpassen wolltest? Du hast sie tausend Mal umgesteckt, aufgenäht und wieder abgetrennt und immer warst du unzufrieden damit. Irgendwann hast du dann kapiert, dass ich ohne Taschen einfach besser aussehe! Hat ja auch lange genug gedauert.

Elle: Musstest du das jetzt erwähnen? Aber recht hast du. Meine Frage hast du damit allerdings nicht beantwortet. 

Shelly: ?? Ach ja. So ohne Taschen trägt halt nichts auf. Mal ganz ehrlich, ein Schlüsselbund oder zusammen geknautschtes Taschentuch in einer dünnen Strickjacke ist nicht so der Burner. Ich hätte Knöpfe ja noch ganz schön gefunden, aber du wolltest ja nicht.

Elle: Shelly, die Knöpfe würden gar nichts bringen, weil du doch an der vorderen Mitte gar nicht überlappst. #augenverdreh

Shelly: Du weißt ja immer alles besser! Aber ich gebe zu, dass das nicht schlecht aussieht so offen. Dann sieht man ja wunderbar, was die Frau unter mir noch trägt. Eine hübsche Bluse oder ein Shirt vielleicht?

Elle: Schön, dass du das einsiehst. Nun aber mal eine ganz andere Frage: Bist du eigentlich männlich oder weiblich? 

Shelly: Musst du immer so konservativ in Schubladen denken? Ist doch egal ob männlich oder weiblich! DIE "Shelly" Strickjacke oder DER "Shelly" Cardigan.

Elle: Du Shelly, das muss geklärt werden, bevor du online gehst. Immerhin werden dich viiiele Frauen angucken und haben wollen. Die werden sich schon fragen, ob sie nun DIE Shelly kaufen sollen oder DEN Shelly!!! Pass auf, wir machen es so: du bist ab jetzt DIE Shelly aber eben ein, also DER, Cardigan. Zufrieden?

Shelly: Das finde ich gut. Hast du eigentlich schon einen Hashtag für mich?

Elle: Ja, logisch. #shellycardigan

Shelly: Können wir jetzt endlich online gehen?

Elle: Nein. Wir müssen noch bis Mitternacht warten, sonst ist ja noch der 7. Dezember und du bist doch das 8. Türchen im Adventskalender.

Shelly: Dann haben wir ja noch ein bisschen Zeit zum Plaudern. Wusstest du, dass es mich in kurz oder lang und wahlweise mit taillierter Rückennaht gibt? Ich mag mich so variabel. Da muss ich dich ja mal loben. 

Elle: Danke, das ist aber lieb, dass du das sagst. Ich dachte schon, dein Gezicke hört heute nicht mehr auf. Sag mal, aus welchem Material soll man dich denn am besten machen?

Shelly: Das kannst du dir doch denken! Aus Feinstrick, aber bitte nicht zu labberig. Dünner dehnbarer Sweat oder dickerer Jersey geht auch. Ich bin ja schon soooo gespannt, welchen Stoff deine Leserinnen für mich aussuchen werden! Ich liebe ja ALLE Farben. Im Gegensatz zu dir. Du willst mich ja am liebsten nur in grau. Und BLOSS nicht auffallen. #augenverdreh

Elle: Ich bin auch schon sehr gespannt. Und nur, dass du es weißt: grau ist nicht langweilig. Grau ist schön! Jetzt wird es aber langsam knapp, meinE liebE Shelly! Gleich musst du raus in den Shop! Wichtig zu wissen ist, dass du eine außergewöhnlich schöne Manschette hast. Die ist an der Ärmelnaht geteilt und man kann diese mit Knopf und Schlaufe schließen oder auch umschlagen und eine Bluse herausschauen lassen. 

Shelly: Du wolltest doch noch betonen, dass der Cardigan auch super fürs Büro ist!

Elle: Ach ja stimmt. Gut, dass du das sagst. Das hätte ich fast vergessen. Also, Shelly, du bist ein super Kombiteil für die Freizeit und fürs BÜRO. So, und jetzt raus mit dir! Toi, Toi, Toi!

Shelly: Danke, meine Liebe. Ich freue mich auf alle Frauen, die mich nähen werden!

Möchtest du Shelly gerne noch eine Frage stellen? Dann poste hier einen Kommentar.

Viel Spaß beim Nähen wünschen,

Shelly & Elle

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2 thoughts on “Interview mit einem Cardigan Schnittmuster | „Shelly“ live

  1. Haha, danke Shelly, du hast mir mein persönliches Wort des Jahres beschert: Prokrastinations-Potenzial – die Steigerung von prokrastinieren 😉 😀 – voll auf mich zugeschnitten!

    Ansonsten, sorry, gebe ich mich dir eher zugeknöpft bis an meinen kälteempfindlichen Hals. Auch ist mir egal, was Schneuztuch und Schlüsselbund mit meinen Rundungen anstellen, Hauptsache griffbereit in den Taschen 😛
    Du siehst, liebe Shelly, nicht nur du selber kannst zickig sein 😉

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