#109 Zeit für dich – Warum das so wichtig ist.

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Letztens schrieb eine Frau in der Vorstellungsrunde, dass sie erst vor ein paar Monaten mit dem Nähen von Kleidung für sich angefangen hat. Vorher hatte sie hauptsächlich für ihre Kinder genäht. Und wollte sich nun endlich mal um sich kümmern. Sich die Zeit nehmen, auch mal etwas für sich selbst zu nähen.

Wenn neue Mitglieder in den Näh deinen Stil Club kommen, ermutige ich sie dazu, sich vorzustellen, weil es einfach schön ist, sie gleich ein bisschen kennenzulernen. Das führt auch dazu, dass sich Clubmitglieder, die in einer ähnlichen Situation sind, gleich angesprochen fühlen und gerne Kontakt aufnehmen. Was ich aus diesen Vorstellungen ganz oft herauslese ist, dass diese Frauen für sich die Entscheidung getroffen haben, sich bewusst Zeit für sich zu nehmen.

Das kommt oftmals zu kurz. Gerade wenn die Kinder noch kleiner sind, ist der Tag voll und ich habe mich in der Zeit damals oft fremdbestimmt gefühlt. Immer, wenn ich mich gerade mal hingesetzt hatte, um etwas zu lesen oder zu nähen, begann ein Streit, ein Popo musste abgewischt werden, ein Glas ist umgekippt, you name it.

Aber auch Frauen, die schon ältere oder keine Kinder haben, schreiben häufig, dass sie sich darauf freuen, sich im Näh deinen Stil Club mal Zeit 100% für sich zu nehmen, weil man sich im Alltag, der gerne mal an einem vorbeirauscht, schnell selbst vergisst.

Meine Kinder sind jetzt zwischen 9 und 16. Sie sind schon sehr selbstständig, aber dennoch fallen viele Themen an, die unseren Einsatz als Eltern erfordern. Meine Mutter hat schon oft gesagt: “Kleine Kinder, kleine Probleme. Große Kinder, große Probleme.” Da ist etwas dran. Sie brauchen immer noch viel Aufmerksamkeit, aber auf eine andere Art und Weise als früher.
Insgesamt kann ich mich wieder viel freier bewegen als vor ein paar Jahren noch, aber was mit zunehmendem Alter dazu kommen kann ist, dass man sich um die eigenen Eltern oder andere Verwandte kümmern muss. Dass man wieder mehr Zeit im Beruf verbringt. Und wie oft vergehen die Tage ohne dass du etwas bewusst für dich gemacht hast?

Schaffe dir eine Oase

Hast du gestern zum Beispiel Sport gemacht? Dich mit einem Buch entspannt hingesetzt, im Garten gewerkelt oder etwas Schönes genäht? Irgendetwas nur für dich gemacht?
Vielleicht denkst du jetzt, dass es bei dir gerade Wichtigeres gibt, als dich um dich selbst zu kümmern. Meine Erfahrung ist: Gerade in solchen Zeiten ist es umso wichtiger, dass du dir kleine Oasen für dich schaffst. Zum Auftanken. Damit du wieder Kraft für die Herausforderungen des Alltags hast.

Eines meiner Kinder brauchte vor einigen Jahren die Unterstützung und Aufmerksamkeit der ganzen Familie, weil es sehr krank war und fast ein ganzes Jahr nicht in die Schule gehen konnte. Das war eine schwierige Zeit für uns alle und am Anfang dieser Phase wollte ich meinen Blog löschen, weil mir das alles so oberflächlich erschien im Vergleich zu der Situation, in der sich mein Kind befand. Gelöscht habe ich ihn dann zum Glück nicht und muss rückblickend sagen, dass meine Hobbies, das Nähen und das Bloggen darüber, eine wirkliche Oase für mich waren. Ich konnte durch die Handarbeit den Kopf abschalten und durch die Beschäftigung mit meiner Kleidung und dem Schreiben darüber feststellen, dass dieses Thema gar nicht so oberflächlich ist, wie ich vorher dachte.
Das habe ich interessanterweise nicht nur an mir, sondern auch an meinem Kind gemerkt, das sich ein bestimmtes Outfit als “Rüstung” ausgewählt und dieses fast täglich getragen hat, bis die Krankenhauszeit vorbei war.

Mehr Kraft und Ruhe für den Alltag

Durch meine Pausen im Nähzimmer, so klein sie manchmal auch nur waren, konnte ich wieder Energie tanken und hatte mehr Kraft und Ruhe für den Alltag. So konnte ich diese Ruhe auch ein Stück weit besser auf mein Kind und die Familie übertragen. Es ist also nicht zu unterschätzen, wie wichtig es ist Zeit für sich selbst zu nehmen und damit wieder in eine bessere innere Balance zu kommen.
Auch Clubmitglieder, die schon länger dabei sind, schreiben oft, dass sie den Club als Oase sehen, als einen Raum, in dem sie sich mit Gleichgesinnten austauschen können, in dem sie Inspiration und vor allem auch Motivation finden, sich der selbst genähten Garderobe zu widmen. Außerdem ist nicht zu unterschätzen, wie sehr dich die Klarheit über deinen eigenen Stil stärken kann. Von außen nach innen genauso wie von innen nach außen.

In dieser kurzen Episode möchte ich dich dazu anstupsen, dir heute bewusst etwas Zeit für dich zu nehmen. Und wenn ein Anstupser zu schwach ist, dann sieh es als Tritt in den Hintern an ;-).
Alleine, dass du dir Zeit für diesen Podcast genommen hast, ist ja schon mal ein gutes Zeichen.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine wunderschöne Mini-Auszeit für dich.

Hat dich diese Folge inspiriert? Dann lasse mir doch bitte eine positive Bewertung in deiner Podcast App oder bei itunes. Diese Bewertungen helfen, den Podcast bekannter zu machen.
Wir hören uns in der nächsten Episode.

Liebe Grüße, Elle

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6 thoughts on “#109 Zeit für dich – Warum das so wichtig ist.

  1. Daniela sagt:

    Hallo, wie auf dem Punkt; auch ich nehme mir viel zu wenig Zeit für mich…. für andere immer dasein, immer zuhören, helfen und Tipps geben, dass man auch an sich selbst denken soll, aber eigentlich bleibe ich fast immer auf der Strecke. Habe seit einer Woche Urlaub und wollte mir ein paar T-shirts für den anstehenden Urlaub nähen, aber jeden Tag gab es etwas auf dem Grundstück (ca. 4000 qm ) zu tun und abends war ich dann zu kaputt. Spruch von meiner Mutter: genäht wird nur im Winter.“ Aber dann brauche ich keine T-Shirts, mag ich dann noch die Stoffe? Gestern habe ich dann endlich mal wieder genäht, aber für jemand anderes…aber genäht und es hat Spaß gemacht….

    1. Elke sagt:

      Hallo Daniela, na dann hoffe ich, dass ich dich dazu inspirieren konnte, dir heute mal etwas Zeit NUR für dich zu nehmen.

  2. Petra sagt:

    Hallo Elke,

    ich kann deinen Podcast nur bestätigen. Auch ich habe eine schwere Erkrankung hinter mir und habe in dieser Zeit und danach gelernt, mich wichtig zu nehmen. In meinem Bekanntenkreis ist ein „Nein“ zu Aktivitäten und Hilfsleistungen erst mal nicht gut angekommen, aber es geht hier um mich. Ich genieße als Vollberufstätige, „Oma und Pflege meiner Eltern meine freie Zeit sehr intensiv. Ich wünsche dir und allen Anderen für sich einen Weg für die „kleinen Auszeiten“ zu finden.

    1. Elke sagt:

      Hallo Petra, die Kunst, im richtigen Moment „Nein“ sagen zu können, will gelernt sein. Da stimme ich dir zu.

  3. Ute Anders sagt:

    Da ich wieder einmal sehr angespannt und einfach fertig war, habe ich mich das ganze Wochenende in mein Nähzimmer verkrümmelt und genäht. 1Hose, 2 Tshirts, ein Cardigan und ein halbfertiges Keid sind entstanden. Den Kopf habe ich frei bekommen und trotz des Nähens (oder gerade deswegen :))bin ich erholt und bereit für die neue Woche. Ich habe voriges Jahr erst mit dem Nähen angefangen und bin erstaunt wie viel Spaß es macht und das ich es richtig gut hinbekomme.

    1. Elke sagt:

      Hallo Ute, das ist doch toll! Nicht umsonst gilt der Spruch „Nähen ist mein Yoga“ 😉

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